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Gesellschaft / Kursdetails

20-1-1015 Beschleunigung oder Entschleunigung – ein neuer Kulturkampf?

Beginn Do., 11.06.2020, 19:30 - 21:00 Uhr
Dauer 1 Termin
Kursleitung Schleswig-Holsteinische SHUG
Kursort Raum A3

Moderne Gesellschaften sind Tempo-Gesellschaften - zumindestens im Vergleich zu früheren Zeiten. Aber in früheren Jahrhunderten wurde Beschleunigung ebenfalls gepriesen, z.B. in der Kriegstechnik, in der Schifffahrt, im Verkehr, in der Kommunikation etc.
Heute wird Geschwindigkeit immer mehr zum Selbstzweck, wenn z.B. der gigantische Ausbau von
Stuttgart 21 Zeitersparnisse von 11 bis 15 Minuten erbringen soll. Zeitsparen ist zur Ideologie
geworden, die in die tiefsten Poren des Alltags eindringt, wenn z.B. der Schnellimbiss wörtlich die Nahrungsaufnahme beschleunigt und gegessen wird, wenn es gerade ein Zeitfenster erlaubt. Verkehrssysteme sind auf Beschleunigung ausgerichtet, ebenso Kommunikationssysteme und selbst der Weg zum Urlaubsort soll kürzer werden, auch wenn
alle Infrastrukturen faktisch zum Entschleunigung führen. Inzwischen macht sich aber auch im Bewusstsein vieler Menschen ein Wunsch nach Entschleunigung breit. Kritiker sehen bereits einen neuen Kulturkampf zwischen Beschleunigern und Entschleunigern. Die Beschleuniger sind allmorgendlich am Flughafen anzutreffen, die Entschleuniger betrachten als Flaneure Natur und Mitmenschen.
Die Frage stellt sich, wie viel Beschleunigung die menschliche Konstitution zulässt, ob vorhandene Infrastrukturen und Ressourcen weitere Beschleunigungen zulassen, welche Form von Lebensqualität anzustreben ist. Zu diskutieren ist, wie eine Balance zwischen Beschleunigung und Entschleunigung individuelle und gesellschaftlich herzustellen ist. Ökonomische Vorteile von Zeitgewinn können leicht durch mehr Krankheiten und psychische Belastungen aufgewogen werden.

Ein Vortrag von Prof. Dr. Hans-Werner Prahl

6,00 €, Mitglieder der SHUG frei



Termine

Datum
11.06.2020
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Raum A3